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«Leben bis zuletzt Impulse für einen hoffnungsvollen Umgang mit dem Tod »
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OSTERN 2019
©2019 Henry Aurich
Für die letzte Reise Was Menschen mitnehmen würden...
Hospiz macht Schule Kinder beschäftigen sich mit  Vergängichkeit
Möglichst lange im Zuhause bleiben können „Gesundheitlich war ich irgendwie immer auf wackeligem Boden unterwegs. In jungen Jahren kam die Lähmung, dann die Prostata und nun die Bauchspeicheldrüse.“ Herr U. ist sich klar darüber, seine Krankheit führt zum Tod. Er  resigniert  nicht,  gestaltet  sein  Leben.  Am  Sonnabend und Sonntag ging es ihm schlecht. Eigentlich wollte er an diesen Tagen mit seinen  Kindern  nach  Meran  fahren,  mal  was  anderes sehen. Südtirol, die Berge eben. Doch es ging nicht. Zwei Tage später – es ist Dienstag Vormittag – sitzt er der Fachärztin für Innere Medizin und Palliativmedizin Dr. Mechthild Szymanowski  und  Pfleger  Tobias  Wilzki  gegenüber.  „Wollen  Sie  ein  Glas  Wasser?  Ein  Glas Wein? Gutedel?“ Herr U. hat seinen Humor, seine Lebensfreude  nicht  verloren.  Seine  Besucher  gehören  zum Brückenteam – Spezialisierte ambulante Palliativversorgung  –  am  Hospiz  Villa  Auguste  in  Leipzig.  Sie  schauen,  wie  es  Herrn  U.  heute  geht.  Wie  kommt  er  mit  den  Medikamenten klar? Fehlt eins? Hat er Schmerzen? Das Telefon klingelt: „Moment bitte, ich gehe kurz ran. Danke für deinen Anruf, ich melde mich!“  Freunde  und  Bekannte  hat  Herr  U.  genug. Zu seinem Sohn, der in Dresden lebt, hat  er  ein  gutes  Verhältnis.  Ebenso  zur  Lebensgefährtin des Sohnes. Dafür ist er dankbar. Doch über seine Erkrankung kann er mit niemanden  so  reden,  wie  mit  den  Mitarbei-tern  vom  Brückenteam.  „Eine  Schwester  im  Uniklinikum  hat  mir  bei  meiner  Entlassung  die Karte vom Team mitgegeben. So habe ich da  angerufen  und  erst  wollten  sie  mich  gar  nicht haben“, berichtet Herr U. schmunzelnd. Tobias Wilzki: „Wir dachten erst, es sei zu früh für  unser  Kommen.  Doch  im  Erstgespräch  merkten wir gleich, Herr U. braucht uns.“ Dieser  betont:  „Ich  habe  es  immer  vorgezogen,  mein Leben relativ gut und sicher zu planen. Das soll auch jetzt so sein. Es gilt, die Dinge in Ordnung  zu  bringen.  Dabei  ist  es  gut  im  Brückenteam  Menschen  zu  haben,  die  mich  in meiner Krankheit und bei meinem Sterben begleiten.“ Mechthild Szymanowski und Tobi-as Wilzki tun alles, damit Herr U. solange wie möglich  in  seiner  Wohnung  bleiben  kann.  Vielleicht kann er hier ja auch sterben. Jede Woche kommt das Brückenteam bei ihm vor-bei.  Täglich  kann  er  das  Team  anrufen.  Im  Notfall gibt es die Bereitschaft. Tobias Wilzki: „Wir können zeitnah eingreifen, sind flexibel. Solange unsere Patienten noch alleine in der Wohnung laufen können und sicher zur Toilette kommen, sollen sie auch zu Hause bleiben.“ Was aber, wenn es nicht mehr geht? Herr U. ist sich klar darüber, dass eine Verschlechterung seines Zustandes auf Dauer nicht ausbleibt. „Dann muss ich schauen. Ich glaube, ich möchte für diesen Fall in das Hospiz Villa Auguste.“Das Brückenteam gibt es seit zehn Jahren. Geschäftsführerin und Hospizleiterin Schwester Beatrix Lewe, die zum Orden des Guten Hirten gehört, ist froh, das Brückenteam an ihrem Haus zu haben. Das Hospiz Villa Auguste wurde 2002 eröffnet. Zunächst standen zehn Plätze zur Verfügung. Seit 2005 sind es zwölf. Unterstützt wird die Arbeit von den acht tragenden Gesellschaften. Hilfe leistet zudem eine Stiftung von Freunden. Zirka 180 bis 200 stationäre Abschiedswege wer- den im Hospiz jährlich gegangen. Im Brückenteam sind es mehr als 500 Begleitungen. Beatrix Lewe: „Wir wollen den Menschen in seiner Ganzheit ansprechen. Den Men-schen, dem wir verpflichtet sind. Unsere Begleitung bezieht sich nicht nur auf das Sterben.“ Bleibt die Frage, fällt es Christen leichter, Abschied vom eigenen Leben zu nehmen? „Das kann ich aus meiner Erfahrung nicht sagen. Es ist eine Herausforderung, ob Christ oder Nichtchrist. Alle Menschen sind in dieser Phase mit wichtigen Dingen sehr beschäftigt, da gibt es keinen Unterschied. Ich meine, jeder hat auch etwas, an das er glaubt.“ Tobias Wilzki packt inzwischen seinen Laptop zusammen. Alles wird dokumentiert. Der Computer und die rote Notfalltasche – Schmerzmittel und andere Medikamente müssen jederzeit greifbar sein, um Abhilfe zu schaffen – sind die Begleiter des Brückenteams. Heute gab es nur ein Rezept für Herrn U. auszustellen. Dr. Mechthild Szymanowski untersucht ihren Patienten derweilen im Nebenzim-mer. Für diesmal kann sie keine Verschlechterung feststellen. Der Abschied ist locker. Herr U. hat Vertrauen
gefasst und weiß sich in guten Händen: „Der Kontakt zum Brückenteam ist mir sehr wertvoll geworden.“ Die Mitarbeiter des Brückenteams wissen um jeden der aktuellen Patienten. In der laufenden Begleitung sind es zirka 50 bis 60 Personen. Die aktuell betreuten Personen wurden zwischen 1923 und 1977 geboren. Tobias Wilzki – der Koordinator des Brückenteams – fasst zusammen: „In unserer Arbeit begegnen wir am Anfang vielen Unsicherheiten und Ängsten. Die Erstgespräche führen wir immer zu zweit. Es kommt darauf an, die Situation des Sterbenden und seiner Angehörigen zu stabilisieren. Wir schauen immer auf das, was geht. Wir leisten Hilfe, versuchen Schmerzen mit Medikamenten und Spritzen zu lindern.“ Die vom Team begleiteten Patienten leben in ihren Wohnungen oder im Pflegeheim. Probleme wie Einsamkeit oder Überforderung sind keine Seltenheit. Eine 85- jährige Frau lebt beispielsweise mit ihrem kranken Mann zusammen. Das heißt: Auch wenn der Pflegedienst täglich viermal kommt, so ist sie doch 23 Stunden mit dem Sterbenden allein. Hier kann das Brückenteam helfen. Wichtig ist, immer eine vertrauensvolle und verbindliche Beziehung zum Patienten aufzubauen. Dabei kommt es auch auf das Hören an: „Was möchte der Patient, was sein Umfeld?“ Dann wird entschieden, was geht. Dies kann von Besuch zu Besuch anders sein. Das Brückenteam kann gut und schnell reagieren. Seine Arbeit – so Tobias Wilzki – prägt sein Leben. Es sind die Begegnungen mit Menschen, die für ihn zählen. Dabei belehrt oder bewertet er nicht, sondern möchte einfach nur da sein. Begegnungen wie die mit Herrn U. geben auch Kraft.
Besuche am Grab können helfen, der Erinnerung einen Platz zu geben.
Abwanderung, Überalterung: Welche Perspektiven gibt es?
Was bleibt, wenn alle gehen? „Bäcker weg, Kirche weg, Kinder weg… – Was bleibt, wenn alle gehen?“ Antworten auf diese Frage suchten Teilnehmer einer Veranstaltung im Zwickauer Peter- Breuer-Gymnasium. „Die Zukunft der ländlichen Regionen ist eine Frage, die die Menschen beschäftigt und da ist es gut, wenn wir als Kirche unsere Perspektive einbringen“, sagte Thomas Arnold, Direktor der Katholischen Akademie, die neben Caritas und Katholikenrat zu den Veranstaltern gehörte. Außerdem betreffe diese Frage die Kirche auch selbst angesichts laufender Strukturveränderungen.
Palmensonntag  eine Woche vor
Den Orthodoxer Gottesdienst zur Zeit hier zu sehen Gottesdienst vom Sonntag  05.05..2019
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Bischof Wolfgang Ipolt Umgang mit dem Tod