Zur SEE
Zur See ist eine 9-teilige Fernsehserie, die im Auftrag des Fernsehen der DDR von 1974 bis 1976 auf dem Lehr- und Frachtschiff J. G. Fichte der Deutschen Seereederei produziert wurde. Autoren für die einzelnen Episoden waren Eva Stein, Manfred Dietrich, Anne Dessau, Hans Georg Lietz sowie Kapitän Gerd Peters. Regisseur bei allen neun Episoden war Wolfgang Luderer. Viele prominente Schauspieler der DDR waren bei dieser Serie für die Hauptrollen verpflichtet worden. Mit Horst Drinda, Günter Naumann, Günter Schubert und Erik S. Klein standen die wohl populärsten Akteure ihrer Zeit vor der Kamera. Die Serie wurde zu einer der erfolgreichsten und meistgesehenen Produktionen im DDR- Fernsehen.
Seefahrernation DDR
Die Geschichte der DDR- Handelsschifffahrt begann 1950 mit der Ausfahrt der "Vorwärts", eines altersschwachen Frachters, den Stralsunder Werftarbeiter in monatelanger Arbeit wieder einigermaßen flott gemacht hatten. Die "Vorwärts" war eines von drei Schiffen, das die Sowjets nach Kriegsende nicht als Reparation in die Heimat mitgenommen hatten. Entweder waren die schrottreifen Pötte von ihnen schlicht übersehen worden oder deren Zustand schien ihnen so jämmerlich, dass sie einen Abtransport für nicht mehr lohnenswert hielten. Neue Schiffe zu bauen, gestattete die Besatzungsmacht vorerst noch nicht. Fischen gegen den Hunger Doch auch einen Großteil der Fischereifahrzeuge hatte die Rote Armee in die Sowjetunion abtransportiert. Gleichwohl diktierte sie im Januar 1946 den Fischern an der Ostseeküste, "für die Versorgung der deutschen Bevölkerung und der Roten Armee" zu sorgen. Auf den wenigen verbliebenen Kuttern fuhren stets bewaffnete Rotarmisten mit, die die Erfüllung des Fangsolls überwachten. Und selbst das kleinste Boot musste eine internationale Signalflagge mit einem großen "C" führen – das "C" stand für "Capitulation". Die Arbeitsbedingungen der Fischer war hart: "Bei minus 20 Grad froren die Fische steif, kaum dass wir sie an Deck hatten. Dann haben wir sie in den nicht ganz so frostigen Betriebsgang gebracht und dort geschlachtet. Aber auch die Schiffe vereisten mitunter gefährlich", erinnerten sich Küstenfischer an die Anfangsjahre. "Keine Seefahrernation" Während die Fischer an der Ostsee unter schwierigsten Bedingungen um die Erfüllungen der Norm kämpften, diskutierte die Parteiführung über die Möglichkeit, eine Seeschifffahrt aufzubauen. Das Finanzministerium beschied allerdings bündig, die Sache werde sich nicht rentieren, die DDR sei "keine Seefahrernation". Die SED hielt dagegen: Die Einnahmen würden in kurzer Zeit die Investitionen bei weitem übertreffen. Auf ihrem 3. Parteitag entschied sie daher, umgehend eine leistungsfähige Handelsflotte zu schaffen. Und so vermerkte der erste "Fünf-Jahr-Plan" (1951-1955) folgerichtig: Fertigstellung von 22 Handelsschiffen "zur Sicherung der Überseetransporte für unseren Außenhandel".
Episoden in neun Teilen Übersicht der Serie