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Die schönste Zeit des Jahres für mich ist angebrochen: der Advent, die Tage kürzer, die Abende lang. Sie laden ein, bei sich selbst einzukehren.
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Weihnachten mit Kindern
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Sr. Maria-Amadea
Kloster Heiligkreuz, Cham
49, Kirchenmusikerin (Orgel B) und Komponistin
©2018 Henry Aurich
Wenn das so einfach wäre, höre ich Sie seufzen. Der Terminkalender ist gerade jetzt ziemlich voll. Sie müssen vom Musikkonzert über den Singabend zum Weihnachtsspiel eilen und ein Schmunzeln huscht mir übers Gesicht – wie ich das als Mutter von vier inzwischen bald erwachsenen Kindern kenne. Manchmal habe ich mich gefragt: Warum um Himmels willen wird denn alles in diesen Advent reingepackt? Trotzdem liebe ich sie, diese Zeit der Ankunft. Schon damals, als die vier noch klein waren. Auch sie freuten sich auf Weihnachten, auf die Geschenke, den Christbaum, mit allem Drumherum. Und da auch sie den 24. sehnsüchtig erwarteten, schmückte ich diese Zeit mit Ritualen aus, denn gerade diese helfen ihnen und auch uns Erwachsenen, uns auf etwas vorzubereiten. Wir müssen gar nicht ständig etwas Neues erfinden, sondern können auf Bekanntes und Bewährtes zurückgreifen. So haben wir früher jedes Jahr unser Adventsstädtchen aus dem Estrich geholt, das aus 24 kleinen Kartonschächtelchen besteht. Jedes war in bunten Farben besprayt, mit Schnee-Wattebäuschen verziert und zu einer Stadt zusammengeklebt. Jedes Häuschen bekam eine goldene Nummer und ein kleines Geschenk. Abends, immer zur selben Zeit, setzten sich die Kinder auf die Treppe, wir sangen ein Lied, ich erzählte eine kurze Geschichte und eines der Kinder durfte ein Häuschen öffnen. Mit den Jahren spielte das erste, dann das zweite Kind ein Instrument und irgendwann hatten wir sogar ein kleines Anfängerquartett. Musik ist solch Balsam für die Seele. Weihnachtsguetzlibacken gehörte seit je auch dazu – und während sich die Küche mit Guetzliduft erfüllt, ertönt (noch heute) Andrew Bonds «Zimetstern hani gern» aus der Box. Weil der Weihnachtsgottesdienst mit vier kleinen Kindern eine Herausforderung gewesen wäre, haben wir in den Kleinkindjahren eine Alternativfeier im Stall organisiert: mit vielen Familien und Freunden bei Schafen und sogar einem Esel. Wir alle waren unterwegs zum Stall, brachten Geschenke und lebten das Geschehen selbst nach. Authentisch und mit allen Sinnen. Text: Franziska Keller, Religionspädagogin
Bild: Forum Pfarrblatt kath. Kirche Zürich
Adventskranz Im «Rauhen Haus» kümmerte sich der Hamburger Theologe und Erzieher Johann Hinrich Wichern (1808-1881) um verwahrloste und verweiste Kinder. Als diese von ihm in der Adventszeit immer wieder wissen wollten, wann nun endlich Weihnacht sei, baute er 1839 aus einem Wagenrad einen Holzkranz. Dieserwar mit 20 kleinen roten Kerzen und vier grossen weissen Kerzen bestückt. Nun konnten die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen. Noch heute hängt in der Sankt-Michaelis- Kirche in Hamburg alljährlich ein Adventskranz nach diesem Vorbild. Ausdem Wichern'schen Adventskranz entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts der Adventskranz,der aus Tannengrün gefertigt und mit vier Kerzen besteckt wurde. 1925 wurde in Köln erstmals ein Adventskranz in einer katholischen Kirche aufgehängt. Der Kranz symbolisiert eine Krone,die auf die Königswürde des erwarteten Kindes hindeutet. Die vier Kerzen symbolisieren die vier Adventssonntage, gelten aber auch als ein Zeichen für das Licht, welches durch die Geburt von Jesus Christus in dieser Welt erstrahlt. So wie es im Johannes-Evangelium steht: «Ich bin das Licht der Welt.»
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