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Plüschtiere waschen
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Was ist die Bibel? ©2019 Henry Aurich Verzeichnis (Auflistung) Start-Seite
  Katholische Synode
«Peanuts», die Comicserie mit Charlie Brown und seinem Hund Snoopy, ist seit Jahrzehnten beliebt. Dort kommt auch der Junge Linus vor. Er ist bekannt dafür, dass er seine blaue Schmusedecke überallhin mitnimmt. Sie gibt ihm Trost, wärmt ihn und lässt ihn abends gut einschlafen. Der verstorbene Zeichner der Comics erklärte einmal, dass sein Sohn als kleines Kind ebenfalls solch eine Decke mit sich herumtrug.Es gehört bei vielen Kleinkindern dazu, dass sie ein Schmusetuch oder Plüschtier haben, von dem sie sich nicht trennen können. Es gibt ihnen Halt und Heimat – auch noch Schulkindern, wenn sie einmal woanders übernachten. Dabei geht es nicht nur darum, wie sich das Tuch oder das Tier anfühlt und wie es aussieht. Meistens ist der vertraute Geruch noch wichtiger. Plüschtiere oder Nuschis zu waschen, ist daher sehr heikel und wird am besten heimlich gemacht, wenn das Kind es nicht sieht.Doch der Geruchssinn lässt sich nicht täuschen. Der Verlust ist gross, wenn der «heilige Gegenstand» nach der Wäsche nicht mehr nach Heimat riecht. Doch Gott sei Dank, bald kommt der Geruch wieder wie von selbst. Als Mutter habe ich die schwere Entscheidung, ab wann das Waschen eines Plüschtieres unvermeidbar ist. Auch als Erwachsene verbinde ich mit Gerüchen viele Erinnerungen. Sie können positiv oder negativ sein. Sie reichen vom Parfüm des ersten Freundes bis zum abschreckenden Geruch im Spital.Der Theologe Leonardo Boff hat ein Buch über Sakramente geschrieben. Interessanterweise schreibt er darin zunächst vom letzten Zigarrenstummel seines Vaters. Immer wenn er daran riecht, sind sofort alle Erinnerungen an den Vater wieder da – bis heute. Unser Geruchssinn ist am stärksten mit dem Langzeitgedächtnis verbunden.Wir dürfen nicht streng mit unseren Kindern sein, was die Plüschtiere angeht. Eine uralte Sehnsucht nach Geborgenheit ist eben mit Düften verbunden. Erwachsene beruhigen sich ja auch mit Räucherstäbchen oder Duftölen, und man darf diese Hilfsmittel haben. Sie wecken Geborgenheit. Diese Erfahrung kann ähnlich wie ein Sakrament sein. So ist es kein Wunder, dass kirchliche Heilszeichen auch mit Gerüchen von Weihrauch oder Öl verbunden sind und uns so mit dem Ewigen in Berührung bringen. Pastoralassistentin Katholische Pfarrei Volketswil Michaele Madu
Kirchenjahr «Thomas, der Apostel» Zwilling, Zweifler, Indienmissionar – Thomas hat unter den Aposteln ein eigenständiges Profil. Sein Gedenktag wird in neun christlichen Kirchen gefeiert, in unserer am 3. Juli. Jesus könnte Thomas vielleicht Ta’am gerufen haben. Das ist die Wurzel des Namens Thomas, aus der aramäischen Sprache, die auch Jesus gesprochen hat. Ta’am heisst Zwilling. Rund 300 Jahre nachdem Jesus und Thomas miteinander unterwegs waren, wissen die sogenannten Tho- masakten zu erzählen, die beiden könnten tatsächlich Zwillinge gewesen sein. Zumindest im übertragenen Sinn: Als ein «Zwilling» Christi soll Thomas Wunder vollbracht und Menschen bekehrt haben. Und das in Indien. Tatsache ist, dass sich heute sieben Kirchen im Osten Indiens «Thomas- christen» nennen. Sie sehen im Apostel Thomas ihren Gründervater, der für seinen Glauben dort auch das Martyrium erlitten haben soll. Berühmt geworden ist Thomas für eine Geschichte, die in der Bibel überliefert ist. «Wenn ich meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht» ist jener Satz, der Thomas in Verruf gebracht hat, an der Auferstehung Jesu zu zweifeln. Jesus dagegen lässt sich herausfordern. Ein Privileg, das einem «Zwilling» offenbar zusteht. Text: Veronika Jehle
Ethik, Rechnung, Bauen und Abschied An ihrer letzten Sitzung der Amtsperiode 2015–2019 zeichnete die Synode drei Abschlussarbeiten mit ihrem Ethik-Preis aus und verabschiedete drei Synodalräte. Die drei Abschlussarbeiten, die mit dem Ethikpreis ausgezeichnet wurden, beschäftigten sich mit ethischem Handeln in der Bekleidungsbranche, mit der Frage nach dem Impfzwang und dem ethischen Umgang mit Geld in einer Pfarrei. Den mit je 2000 Franken dotierten Preis überreichte Ruth Thalmann an Neva Nann (Foto), Aline Regez und Claudia Nuber. Das katholische Parlament nahm am 13. Juni ausserdem die Jahresberichte der Ombudsstelle, der Rekurskommission und der Katholischen Kirche im Kanton Zürich ab und genehmigte die Jahresrechnung 2018 der Körperschaft ohne Gegenstimme. Diese schliesst bei einem Ertrag von 61,8 Millionen Franken und einem Aufwand von 58,6 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 3,2 Millionen Franken. Dies dank höherer Beiträge der Kirchgemeinden (aufgrund höherer Steuereinnahmen), tieferer Baubeiträge und des in allen Ressorts eingehaltenen Budgets, wie Finanzvorstand Daniel Otth lobend erwähnte. Zu diskutieren gab der Beitrag der Synode an die Bausanierung des Hauses der Katholischen Hochschulgemeinde aki. Der Beitrag von einer Million Franken war an sich unbestritten, doch der Zeitpunkt dazu schien einigen Synodalen zu früh: Sie wollten einen genaueren Kostenvoranschlag, eine fixe Baukommission und Sicherheit über das Vorhaben der Stadt Zürich bezüglich der Polytreppe, welche auf dem Grundstück des aki vorbeiführt. Die Finanzkommission der Sy- node wie auch der Synodalrat wollten den Beitrag jetzt sprechen, damit das Bauvorhaben starten und weitere Geldgeber angefragt werden können. Der Beitrag werde erst ausgezahlt, wenn die noch offenen Punkte geklärt seien, wurde argumentiert. Die Synode folgte schlussendlich diesem Antrag. Das Kirchenparlament genehmigte zudem den Zusammenschluss der Teile Hirzel und Schönenberg-Hütten mit den Kirchgemeinden Horgen respektive Wädenswil. An dieser letzten Sitzung verabschiedete der selber auch zurücktretende Synodenpräsident Alexander Jäger die drei abtretenden Synodalräte André Füglister, Zeno Cavigelli und Ruth Thalmann sowie die Kommissionspräsidenten Peter Brunner, Primus Kaiser und Bruno Rüttimann. Viele Synodalen trugen im Hinblick auf den Frauenstreik-Tag den violetten Aufkleber «Gleichberechtigung. Punkt. Amen.»bl
Maria, die Apostelin
Sie steht für Gleichberechtigung. Ihren Gedenktag am 22. Juli hat Papst Franziskus zum Fest erhoben und Maria Magdalena damit den Aposteln gleichgestellt. Für mich persönlich gehört die Szene zu den berührendsten Momenten im Neuen Testament: Jesus steht ihr gegenüber und sagt nur: «Maria!» Und sie, die ihn nicht erkannt hat – die ihn auch nicht erkennen konnte,immerhin war er doch gestorben –, erkennt am Klang ihres Namens den Ersehnten in ihm. Intimität und Unschuld sprechen so ruhig und innig aus diesem kurzen Dialog. Es ist der Moment, der mein Sinnbild für Gleichberechtigung ist: Jesus und Maria Magdalena, Mann und Frau erkennen einander. Auf Augenhöhe. Und anerkennen einander. In aller Unterschiedlichkeit. Das ist Liebe. Das ist Nächstenliebe. Agape, ob mit oder ohne Eros. Natürlich ist gerade sie die erste Zeugin der Auferstehung. Natürlich ist gerade sie eine von jenen, die unter dem Kreuz ausharren. Natürlich ist gerade sie Apostelin und geht mit Jesus gemeinsame Wege. Natürlich lässt Jesus gerade sie nahe an sich heran. Nicht weil sie eine Frau ist, sondern weil sie bereit ist. Vielleicht ist sie derart bereit, weil sie eine Frau ist. Nahe bei Jesus ist, wer nahe bei Jesus ist. Unabhängig vom Geschlecht. Veronika Jehle
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Bischof Wolfgang Ipolt Thomas, der Apostel